Ein echter Coup für die Kölner Kulturszene:
Das Theater der Keller, seit 1955 das älteste noch aktive Privattheater der Stadt, zieht in die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche Heilig Kreuz ein. Die denkmalgeschützte Kirche an der Lindenstraße 45 im Belgischen Viertel wird nach einem 60-jährigen Erbpachtvertrag (mit zweimaliger Verlängerungsoption um je zehn Jahre) zur dauerhaften Spielstätte. Ende Oktober 2025 wurde der Vertrag zwischen der Dominikanerprovinz des Hl. Albert und dem Theater der Keller e.V. unterzeichnet. „Nach über einem Jahr intensiver und vertrauensvoller Gespräche ist das ein historischer Moment“, sagt Dr. Ralph Elster, Vorsitzender des Theatervereins.
Seit dem Verlust der bisherigen Spielstätte im Jahr 2019 war das Theater auf Gastspielorte und Provisorien angewiesen. Nun kann endlich wieder langfristig geplant werden – mindestens bis 2085, im besten Fall sogar bis ins Jahr 2105. Für die Dominikaner bedeutet die Übergabe eine bewusste Weichenstellung. „Wir wollten einen Partner, der den Raum mit Leben und Sinn füllt“, erklärt Prior Pater Dr. Gottfried Michelbrand. „Das Theater der Keller wird hier Kunst schaffen, die Menschen zusammenführt und zum Nachdenken anregt – genau das, wofür dieser Ort einst gebaut wurde, nur in neuer Form.“

Der geplante Umbau kostet voraussichtlich 1,5 Millionen Euro und soll behutsam erfolgen. Das Kölner Architektenpaar Barbara und Walter Thiess, das bereits die Vorplanung betreute, setzt auf maximale Sensibilität: historische Substanz bleibt erhalten, gleichzeitig entsteht ein moderner, flexibler Theaterraum. Kernstück wird eine Hauptbühne mit bis zu 199 Plätzen, ergänzt durch eine experimentelle Laborbühne für rund 100 Besucher sowie zwei weitere Probe- und Veranstaltungsräume.
Das Leitungstrio Ulrike Janssen, Anja Getz und Michael Meichßner freut sich riesig über die neue Perspektive: „Die zentrale Lage direkt am Brüsseler Platz macht uns für ein noch breiteres Publikum erreichbar. Wir können endlich wieder ein volles Programm fahren, neue Formate entwickeln und junge Künstlerinnen und Künstler fördern.“ Ein besonderes Anliegen ist dem Theater die Solidarität mit der freien Szene. In Zeiten leerer Kassen und steigender Mieten soll die neue Kirche nicht nur eigene Spielstätte sein, sondern auch offenes Haus für andere freie Gruppen. „Wir wollen hier ein Zentrum schaffen, in dem Kräfte gebündelt werden“, betont Elster.

In den nächsten Monaten werden Gespräche mit weiteren Kölner Ensembles und Initiativen geführt. Die Finanzierung steht weitgehend: Stadt Köln, Landschaftsverband Rheinland, das Land NRW und mehrere Stiftungen haben bereits Förderzusagen erteilt. Dennoch wird weitere Unterstützung aus der Kölner Stadtgesellschaft benötigt. Ein ehrenamtlicher Bauausschuss soll das Projekt eng begleiten und Transparenz gewährleisten. Erste vorbereitenden Maßnahmen starten noch 2025, der Bauantrag liegt in Kürze vor. Ziel ist die Eröffnung zur Spielzeit 2027/2028.
Köln darf sich freuen: Ein sakraler Ort von außergewöhnlicher Ausstrahlung wird zum lebendigen Kulturzentrum – und das Theater der Keller bekommt endlich das Zuhause, das es verdient.

THEATER DER KELLER
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